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9. Tag: Freitag, den 7.7.2000 - Algonquin Park, Gatineau Park ...heute morgen habe ich die kalten Füße... im nächsten
Einkaufszentrum werden wir in Form einer Decke oder Ähnlichem Abhilfe schaffen.
Das Wetter ist heute wieder sonnig mixed with clouds. 11.15 Uhr: On the road
again.. Nachdem wir alle in unserem Camper geduscht haben, ist es ratsam,
nochmal an die Sanitär Station zu fahren, machen wir auch...da ist
Hochbetrieb... macht nichts...Wir verlassen den Algonquin Park am East Gate und
sind bald in Whitney: 242 km bis Ottawa. Die Straße führt durch Wälder und
Seen, bei Barries Bay sehen wir einen riesigen Platz mit Baumstämmen, von der
Holzverarbeitung leben wahrscheinlich viele Menschen hier. Dann auch mal ein
Schild “Pizza Hut”. Bei Wilno - immer noch auf dem Highway 60 - nach links
ein schöner Blick auf die Landschaft mit Ottawa River, an einem “Lookout
Parkplatz” halten wir an - Rafael macht mit seinem neuen Fotoapparat ein
Panoramafoto. Wir fahren über die 41 nach Pembroke, dann die 148 Richtung
Ottawa - Hull. Am Golden Lake (schön!!!) wieder: cottages mit Zugang zum See -
hasse ich!!! Aber im Gegensatz zur Georgian Bay: wenig los. Hier sieht man auch
mal eine Farm... Heuernte hier und da, gelegentlich Rinder auf der Weide, zum
Teil Büffel. Pembroke, große Holzfabrik .. langgezogener Ort entlang des
Ottawa River, der hier ziemlich breit ist. Supermarkt - leckere Brötchen und
für 8.99 $ eine Polyesterdecke bei Zellers, tanken für 74,9$ pro Liter, davon
können wir in Deutschland nur träumen. Wir fahren östlich nach Beachburg und
Forester Falls und suchen vergeblich die tosenden Wasser..Die Straße dahin
führt etwas hügelig durch Farmland, beschaulich, mal hier und da ein Haus. Im
Moment kann ich die Gefälle für die Stromschnellen noch nicht entdecken. Auf
der Ontario Karte ist ein Punkt mit “Wilderness Tours” eingezeichnet, ein
großes Schild in Beachburg haben wir auch gesehen. Aber hier sieht es nirgendwo
nach irgendwelchen Aktivitäten, schon gar nicht nach schäumenden Wassern aus,
es ist eine beschauliche Landschaft mit einigen Farmen. Wir haben keine Lust
mehr zu suchen, denken, es ist ohnehin schon zu spät und fahren weiter in
Richtung Portage du Fort, wo wir den Ottawa River überqueren. Es wird auch Zeit
für einen Campingplatz. Wir denken an den Gatineau Park in der Nähe von Hull
und Ottawa und fahren bei nächster Gelegenheit hinein. Zuerst kommen wir uns
auf der nicht endenwollenden, menschenleeren Schotterstraße im Wald vor wie im
falschen Film, dann sehen wir einen Hinweis auf ein Camp am Lac Lapêche - hier
wirds französisch, wir sind in der Provinz Québec, der Ottawa River bildet die
Grenze zwischen den Provinzen Ontario und Québec. Es ist leider ein privates
Camp. Ein netter Mann erklärt uns den Weg zum nächsten Campingplatz. Den
eigentlichen Eingang zum Gatineau Park mit Informationstafeln, asphaltierter
Straße und Campingplatz am Lac Philippe...Platz finden wir jetzt problemlos.
Nachdem wir uns beim Office eingetragen und bezahlt haben, tuts beim
Hereinfahren plötzlich einen Schlag, Walter schreit “Scheiße”. Es hörte
sich fürchterlich an, ich sehe schon unsere Sachen irgendwo herumfliegen...Wir
springen raus und denken, ein Teil unseres seitlichen Aufbaus sei abgerissen,
als wir ein zerbrochenes längliches weißes Teil mit Blinklichtern sehen. Gott
sei Dank wars nur die hochgestellte Schranke, die wir erwischt haben, eine
Mitarbeiterin aus dem Office sammelt die Teile auf und sagt, es sei nicht
schlimm. Schreck lass nach! Als wir unseren Camper kontrollieren, finden wir
eine kleine Druckstelle an einer Plastikleiste.
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Wir fahren auf einen schönen Platz im Wald, natürlich mit Tisch und Bänken und Feuerstelle .... Ich denke gleich an unseren Holzmangel, Walter ist nach dem Crash ohnehin nicht ansprechbar, und überrede Rafael mit mir zusammen Holz zu holen, es ist ein Stück zu laufen, zum Schluss steil bergab. Für 5 $ kriegen wir ganz schön viel, aber ohne Sack oder sonstige Tragehilfe. Wir müssen es so tragen. Rafael will schlapp machen, ich meckere ...durchhalten und so...Kurz danach kann ich nicht mehr, es geht bergauf. Plötzlich kann er wie verrückt und rennt los. Ich sage, er soll Walter holen, setze mich auf einen Stein und lasse das Holz erst mal auf den Boden fallen. Aber keine Geduld...als die beiden mir endlich entgegenkommen, bin ich schon fast da... ist das vielleicht noch die Verstimmung wegen der Holzklau-Erfahrung im Algonquin Park? Rafael räumt ein, dass mein Packen Holz auch umfangreicher war als seiner...Mein Rücken wird es mir in den nächsten Tagen heimzahlen! Feuer machen, der Abend wird kühl, restliches Holz gleich im Camper einlagern, damit das wertvolle Zeug nicht verschwindet... Das Holz brennt nicht gut, es ist zu feucht, das geklaute war viel besser.
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